Alte Unwahrheiten

Wolfgang hat einen Leserbrief zum Artikel “Selfmade Superman” in der Onlineausgabe der Frankfurter Rundschau vom 30. April 2008 geschrieben.

Ob “Iron Man” sehenswert ist oder nicht, kann ich nicht beantworten, nur sollte man eine so große Individualistin wie die amerikanische Philosophin Ayn Rand -nicht “Ayn Rands”-, die Zeit ihres Lebens für die Rechte des Individuums gekämpft hat, niemals mit “Totalitarismus” in Verbindung bringen.

Der Leserbrief ist bisher nicht veröffentlicht worden.

Ich habe mir allerdings ebenso einen kurzen Leserbrief zu diesem Artikel erlaubt:

Herr Kothenschulte sollte sich etwas informieren, bevor er versucht Spitzen zu setzen. Zum einen ist “The Fountainhead” von Ayn Rand (ohne s) keine Romanfigur, sondern tatsächlich ein ganzer Roman. Zum anderen zeugt es nicht nur von Unkenntnis, eine der großen liberalen Philosophinnen des 20. Jhds. als “totalitär” zu betiteln, sondern auch von Mangel an kritischer Prüfung der eigenen Quellen: Der mittlerweile wirklich platte Vorwurf des “Totalitarismus” geht zurück auf eine Biographie über Rand, die durch ihren düpierten Exliebhaber geschrieben wurde, und daher mehr als nur eine Schlagseite hat. Nicht nur widerspricht ihre Darstellung allen anderen Darstellungen; auch hat eine neuere Studie zu diesem Buch gezeigt, dass es als historische Quelle völlig unzuverlässig und untauglich ist.

Der Leserbrief wurde meines Wissens ebenso noch nicht veröffentlicht.

Veröffentlicht in: on Mai 2, 2008 at 12:17 Kommentare (0)
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Die Linke und der Neoliberalismus

Leserbrief von Wolfgang zu “Gysi: Linke ist die einzige nicht neoliberale Partei”, WELT vom 18.3.2008.

Gregor Gysis These, dass die Linkspartei die einzige nicht neoliberale Partei in Deutschland sei, verströmt einen Hauch von Wahrheit. Tatsächlich steht Gysis Partei außerhalb des neoliberalen Konsenses in Deutschland, sie ist aber keineswegs die einzige nicht neoliberale Partei, sondern lediglich die größte. Nicht neoliberal ist neben der Linkspartei auch die NPD. Der Neoliberalismus ist auch keineswegs gleichbedeutend mit “Marktwirtschaft pur” oder “Turbokapitalismus”, wie Gysi suggeriert. Der neoliberale Konsens, dem sich die traditionellen Parteien in Deutschland - einschließlich der Grünen - verpflichtet fühlen, ist tatsächlich ein Gemischtwarenladen. Er verbindet einen grundsätzlichen Respekt vor den Rechten des Individuums - vor allem des Rechtes auf Eigentum - mit der Vorstellung, durch gewisse Eingriffe in eben diese Rechte gesellschaftliche Fehlentwicklungen zu korrigieren, und damit diese Rechte erst positiv zu verwirklichen. Ein solches System ist zwar alles andere als ideal, hat uns aber immerhin ein Maß an Freiheit und Wohlstand beschert, das im Vergleich mit anderen Ländern und anderen Epochen deutscher Geschichte einzigartig ist. Wenn die Linkspartei die “Systemfrage” stellt, und damit den neoliberalen Konsens verlässt, drückt sie damit nicht etwa den Wunsch aus, jeglichen Eingriff in die Rechte des Individuums zu unterlassen - was tatsächlich einem “Kapitalismus pur” entspräche -, sondern möchte das bestehende Niveau an Eingriffen erheblich steigern. Den Preis dafür würden wir alle bezahlen - mit dem Verlust von Freiheit und einem daraus folgenden Rückgang an Reichtum.

Status: Nicht veröffentlicht.

Deutschland für Patrioten

… oder: die Hymne als Kochbuch.

Die unsterblichen Zeilen der deutschen Nationalhymne “Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand” tragen eine ganze politische Philosophie in sich, die in einigen Aspekten in diesem Kurzaufsatz beleuchtet werden soll.

Was ist eine gute Gesellschaftsordnung und auf welchen Prinzipien fußt sie? Welche moralischen Überzeugungen gewährleisten ihren Fortbestand? Was passiert mit einer Gesellschaft, wenn diese Werte und Prinzipien aufgegeben werden?

Was bedeutet das für Deutschland?

Sascha Settegast: Deutschland für Patrioten (Link/.pdf)

Veröffentlicht in: on März 23, 2008 at 8:57 Kommentare (1)

Zum Zweck dieser Seite

Auf dieser Seite sollen zukünftigt vor allem Leserbriefe an verschiedene deutsche Zeitungen erscheinen, in denen gleichgesinnte Autoren und ich unsere Ansichten zum gegenwärtigen Zustand unserer Gesellschaft kundtun wollen. Unser Referenzrahmen wird hierbei die Philosophie der russisch-amerikanischen Philosophin Ayn Rand (1905/1982) bilden.

Es ist unsere Auffassung, dass die Vergiftung des kulturellen Klimas in diesem Land in den vergangenen Jahren massive Fortschritte gemacht hat; Fortschritte, die vielfältige Quellen haben: ein staatliches Schulwesen, das über ministerialbürokratische Lehrpläne die Jugend indoktriniert und ihre Fähigkeit zum logischen Denken zersetzt; eine unbewältigte, dafür aber romantisierte Diktatur, die in manchen Ecken der Gesellschaft inzwischen die moralische Blaupause eines “Idealdeutschlands” abgibt; eine ökologische Hysterie, die sich fragwürdige Polit-”Wissenschaft” zum Vorwand nimmt, um mit Hilfe des staatlichen Gewaltmonopols den Menschen aus dem Mittelpunkt der Welt, in welchen ihn die Renaissance gesetzt hatte, zu entfernen, und an seine Stelle wertlose, da unberührte Wildnis zu setzen; rechte und linke Demagogen, die sich mit den USA und den Manager-”Heuschrecken” Feindbilder und Sündenböcke geschaffen haben, mit deren Hilfe sie von den fatalen Folgen ihrer eigenen Politik ablenken, um die Invasion eines sozialklemptnerischen Staates in alle Lebensbereiche ungehindert weitervoranzutreiben; und vieles andere mehr. Es ist dringend an der Zeit, gegen all dies Einspruch zu erheben, und Werten wie Vernunft, Objektivität, aufgeklärtes Eigeninteresse, Individualismus, Rechtstaatlichkeit, Säkularität, Freiheit, Kapitalismus und industrielle Zivilisation wieder eine Stimme zu verschaffen, die sie auch auf moralischer Basis zu verteidigen vermag, und nicht nur allein aus spröden Nützlichkeitserwägungen, die einer feindlichen moralischen Lufthoheit nichts entgegenzusetzen haben.

Wir wollen unsere Auffassungen vornehmlich in Leserbriefen darlegen; aber nicht nur. Briefe an Abgeordnete, sowie Aufrufe zur Unterstützung öffentlicher Petitionen des deutschen Bundestages werden ebenso zu erwarten sein, wie die Veröffentlichung von grundsätzlicheren Beiträgen, welche die gegenwärtige Lage der Nation auf theoretischer Ebene näher beleuchten sollen.

Kommentare, sofern höflich und sachlich, sind willkommen.

Veröffentlicht in: on at 8:39 Kommentare (0)